Was ist ein Dirigent?

Dirigent

Vor ungefähr hundert Jahren wurde von dem damaligen Dirigenten des Berliner Philharmonischen Orchesters, Hans von Bülow, die Behauptung aufgestellt: „Es gibt keine guten oder schlechten Orchester, sondern nur gute oder schlechte Dirigenten.“ Damit wollte er wohl die eigene Verantwortung herausstellen. Über diesen Satz wird noch immer gestritten. Auch in den Orchestern selbst sind die Meinungen selten einstimmig (nicht nur zu diesem Thema).

Egon Olsen hat im Film „Die Olsenbande sieht Rot“ seine eigene These dazu aufgestellt: „Das Orchester hasst seinen Dirigenten und der Dirigent hasst sein Orchester“.

Wenn man das Verhältnis zwischen Dirigent und Orchester mit einer Ehe vergleicht, was oft geschieht, darf man nicht nur Ehemänner (also die Dirigenten) befragen, wer sich am besten für diese Ehe eignet: die Stellungnahme des „weiblichen“ Partners (sprich: des Orchesters) ist unerlässlich und aufschlussreicher.

Ich als Dirigent fühle mich eher als Dompteur in einer Zirkusarena. Dort habe ich allerdings nicht nur mit harmlosen aus dem Hut zu zaubernden Kaninchen, mit süßen Ponys oder mit kuscheligen Vierbeinern zu tun. Nein, auch Löwen und Tiger sollen auf mein Kommando durch brennende Reifen springen sollen. All diese Charaktere in einen (Ein-)Klang zu bringen, das ist die Aufgabe eines Dirigenten.

Dirigieren kommt aus dem lateinischen und heißt soviel wie leiten. Also ist der Dirigent nichts weiter als ein Musikalischer Leiter.

Der musikalische Leiter, also der Dirigent oder Dompteur, ist in seinem Beruf doppelt abhängig. Die Stücke bekommt er vom Komponisten geliefert, aber den Klang erzeugt das Orchester. Er selbst spielt nur eine Vermittlerrolle, also eine Leiterfunktion. Was ist also ein Dirigent ohne Orchester, aber was ist das Orchester ohne Kompositionen und was, wenn es die Komposition hat, aber keine Ahnung von der Umsetzung?

Die expressive und künstlerische Gestaltung eines Stückes ist der Knackpunkt der Tätigkeit als Dirigent. Er ist auf jeden Fall an erster Stelle Interpret, also reproduzierender Gestalter einer Komposition. Der Dirigent ist der Überwacher des Spiels der Musikerinnen und Musiker.

Oder man kann auch den Vergleich eines Dirigenten mit einem Kondom machen. „Mit ist sicherer, aber ohne ist schöner.“

In früheren Jahrhunderten war der Dirigent völlig überflüssig. Heute ist er die entscheidende Person im Musik- und Orchesterleben geworden. Früher musste er gar bezahlen, wenn er es genießen wollte, im Mittelpunkt einer Darbietung zu stehen und mit seinem Stöckchen Traumwelten zu erschließen. Später bekam er sogar Geld dafür. War es lange Zeit kaum mehr als das zweifache Musikerhonorar, ist es heute das Hundertfache an Gage. Schön wär's! Da sich noch immer so schwer beweisen lässt, wer der Größte ist, lässt man eben Zahlen sprechen oder „Die Klangqualität des Orchesters“.

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